Was sind Pfadfinder_innen?


Was macht man bei den Pfadfinder_innen?

Das Abenteuer beginnt hier! 

Die Kinder und Jugendlichen treffen sich wöchentlich mit Gleichaltrigen. Gemeinsam werden Abenteuer erlebt, Herausforderungen bewältigt oder sich mit aktuellen Themen auseinandergesetzt. Zusätzlich finden einige Wochenend-Aktionen statt. Hier steht das Erleben von Natur, Abenteuer und Gemeinschaft im Vordergrund. Den Höhepunkt des Jahres stellt das Sommerlager dar: Mehrere Tage verbringen die Kinder und Jugendlichen je nach Alter in der Natur oder in fernen Ländern. 


Das Teamsystem - die Kinder und Jugendlichen sollen von und mit Gleichaltrigen lernen, sich Aufgaben aufteilen, Verantwortung übernehmen und Entscheidungen gemeinsam treffen und tragen.


Unterstützung durch Erwachsene - unsere Aufgabe als Leiter_innen ist es, die jungen Menschen einerseits bei Aktivitäten zu leiten, sie andererseits aber auch im Prozess der eigenverantwortlichen Weiterentwicklung zu begleiten und den Gruppenprozess zu unterstützen. 


Gesetz und Versprechen als unsere Methode bedeutet, sich und seiner Peer Group gegenüber das Bekenntnis abzugeben, zur Gemeinschaft der Pfadfinder_innen gehören zu wollen und nach unseren Werten zu leben. 


Der symbolische Rahmen umfasst die Geschichten und Symbole, die wir im Rahmen unseres Programms der jeweiligen Altersstufe einsetzen. Diese helfen den Kindern und Jugendlichen einerseits dabei, sich mit unseren grundlegenden Werten zu identifizieren und bieten ihnen andererseits auch den Raum, Neues auszuprobieren. 


Learning by doing - die Kinder und Jugendlichen sollen selber tun, selbst erleben und selbst ausprobieren. Aber sie sollen auch Fehler machen dürfen, um daraus zu lernen.


Schon immer nützen wir die Natur für Lernerfahrungen, sie bietet viele Möglichkeiten für die Entwicklung von Potentialen junger Menschen in vielen Aspekten.


Für uns Pfadfinder_innen ist die persönliche Weiterentwicklung ein Grundstein unseres Arbeitens. Für uns bedeutet das, sich persönliche Ziele zu stecken und sich immer wieder zu erproben. 



Das Pfadfinder_innen - Versprechen


I PROMISE TO DO MY BEST TO LOVE GOD, SERVE MY COUNTRY, WORK FOR PEACE AND BE TRUE TO THE SCOUT LAW.

Ursprünglicher Versprechenstext

Das Versprechen der WiWö

"Ich verspreche so gut ich kann ein gutes Wichtel (ein guter Wölfling) zu sein, nach unseren Gesetzen zu leben und bitte Gott mir dabei zu helfen."

„So gut ich kann“ – bedeutet sich immer zu bemühen und alles so gut zu erledigen, wie man kann und ist gleichzeitig unser Wahlspruch.

Unser „Gesetz“ besteht aus zwei Teilen. „Sein Bestes zu Tun“ und „freudig zu helfen wo man kann“.

Die WiWö-Zeit gilt als Vorbereitungszeit für die GuSp-Stufe in der sich unsere WiWö mit dem Leben in unserer Pfadfinder_innengemeinschaft vertraut machen. Am Ende ihrer WiWö-Zeit sollten alle Kinder:

seine/ihre individuellen Fähigkeiten entdeckt haben

diese weiterentwickelt und sie für die Gemeinschaft eingesetzt haben

seine/ihre Phantasie entwickelt haben und sollten diese von der Wirklichkeit unterscheiden können

 

Das Versprechen für alle ab dem GuSp - Alter

"Ich verspreche bei meiner Ehre, dass ich mein Bestes tun will, Gott und meinem Land zu dienen, meinen Mitmenschen zu helfen und nach dem Pfadfinder_innengesetz zu leben."

Meistens wird das Versprechen in Rahmen einer feierlichen Zeremonie am Sommerlager „abgelegt“, da es für alle von uns etwas Besonderes ist.

An Ehre ist dabei keine alte, abstruse Vorstellung verknüpft – vielmehr steht „Ehre“ hier für ein „reines Gewissen“ – das man nicht haben kann, wenn man sich an etwas selber Ausgemachtes nicht hält.

„Gott und meinem Land zu dienen“ – bedeutet in unserer heutigen Zeit, sich damit auseinanderzusetzen, was es heißt:

an etwas zu glauben – und das auch hinterfragen zu dürfen

als bewusster Mensch in einem Land zu leben

 

„meinen Mitmenschen zu helfen“ – heißt: nicht die Augen zu verschließen vor Armut, vor Ausgrenzung, vor Intoleranz – steht aber z.B. genauso für die kleinen Dinge im Leben: ein kleiner Handgriff, etwas zu zweit statt alleine zu tragen – anderen „eine Stütze zu geben“.

 

„nach dem Pfadfinder_innengesetz zu leben“ – analog zu unseren 8 Schwerpunkten gibt es auch 8 Gesetzespunkte (siehe unten), die das Verhalten beschreiben, wie ein Pfadfinder/eine Pfadfinderin versuchen kann, die Welt ein bisschen besser zu verlassen, als er/sie diese angetroffen hat.

 

Bei den Pfadfinder_innen ab dem RaRo-Alter ist es oft Brauch, dass der Versprechenstext selbst formuliert wird.

 

Das Pfadfinder_innenversprechen ist immer eine freiwillige Sache. Niemand wird es einfach aufsagen, um dazuzugehören. Es wird jedoch - nach angemessener Vorbereitungszeit und Gesprächen - gerne abgelegt - als großer Schritt der "gefühlten" Zugehörigkeit. Es zeigt, dass ein Mensch - auch ein Kind oder Jugendlicher - freiwillig an sich und für sich - und auch für andere arbeiten will. Dadurch entsteht eine besondere Verbindung - die oft jahre-, oder auch jahrzehntelang hält.


Die 8 Schwerpunkte und die dazugehörigen 8 Gesetzespunkte der Pfadfinder und Pfadfinderinnnen Österreichs


Spirituelles Leben

"Der Pfadfinder / Die Pfadfinderin sucht den Weg zu Gott."

Die Pfadfinder_innen sind allen Glaubensrichtungen gegenüber offen und versuchen, sich mit den Inhalten der Religionsgemeinschaft und den Formen religiösen Lebens bewusst auseinanderzusetzen. Ihr Tun zielt darauf ab, Akzeptanz und Toleranz zu fördern.



Verantwortungsbewusstes Leben in der Gemeinschaft

"Der Pfadfinder / Die Pfadfinderin ist treu und hilft, wo er / sie kann."

Ein Hauptanliegen der Pfadfinder_innenschaft ist, das Leben miteinander zu lernen. Diese Gemeinschaften erwarten von uns, dass wir die Aufgaben, die sie uns stellen, erfüllen, dass wir auch Verantwortung übernehmen. Auf spielerische Weise soll das in Kleingruppen schon von klein auf gelernt und gelebt werden.



Weltweite Verbundenheit

"Der Pfadfinder / Die Pfadfinderin achtet alle Menschen und versucht sie zu verstehen."

Eines der größten Erlebnisse in jedem Pfadfinder_innenleben ist die Teilnahme an einem internationalen Auslandslager. Mit Pfadfinder_innen aus aller Welt diese weltweite Verbundenheit zu erleben, mit ihnen zu singen, zu lachen, zu reden und zu leben ist für viele ein bleibender Eindruck fürs ganze Leben! 



Kritisches Auseinandersetzen mit sich selbst und der Umwelt

"Der Pfadfinder / Die Pfadfinderin überlegt, entscheidet sich und handelt danach."

Wer bin ich? Wie bin ich? Wie verhalte ich mich zu meiner Umwelt? Lerne dich selbst kennen und versuche deine Schwächen zu überwinden und Einflüsse aus der Umwelt kritisch zu überdenken.



Einfaches und naturverbundenes Leben

"Der Pfadfinder / Die Pfadfinderin lebt einfach und schützt die Natur."

"Die Betrachtung der Natur wird euch zeigen, wie reich an schönen und wunderbaren Dingen Gott diese Welt gemacht hat, damit ihr sie genießen könnt. Seid zufrieden mit dem, was ihr habt, und nützt es zum Besten" (Baden Powell, Gründer der Weltweiten Pfadfinder- und Pfadfinder_innenbewegung). Mehr denn je gewinnen diese Worte an Bedeutung, wenn wir uns den Einflüssen der Konsumgesellschaft ausgeliefert sehen. Wir wollen empfänglich sein für die Schönheiten und den Wert der Natur und lernen, wie wir sie erhalten und schützen können.

 



Bereitschaft zum Abenteuer des Lebens

"Der Pfadfinder / Die Pfadfinderin ist fröhlich und unverzagt."

Abenteuer ist das ganz Große, aber auch das winzig Kleine. Darunter versteht man, Mut zu haben, um Neues zu entdecken, aufgeschlossen zu sein für alles, was uns begegnet und die Stärke aufzubringen, sich Schwierigkeiten zu stellen und zu meistern.

 



Schöpferisches Tun

"Der Pfadfinder / Die Pfadfinderin nützt seine / ihre Fähigkeiten."

Mit den eigenen Händen, Füßen,..., Gedanken, Worten, der eigenen Gestik etwas schaffen. Freude am Ergebnis und Freude an der Arbeit, Freude am Ausdruck der eigenen Person. Das ist "Schöpfen". Die Phantasie und Kreativität sollen angeregt, die eigenen Talente entwickelt werden.

 



Körperbewusstsein und gesundes Leben

"Der Pfadfinder / Die Pfadfinderin führt ein gesundes Leben."

"Mens sana in corpore sano!" Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper! Die Freude an der Bewegung steht im Vordergrund. Jeder sollte seine Leistungsfähigkeit einschätzen, seine Leistungsgrenzen erkennen können und sich die Grundlagen für eine gesunde Lebensweise aneignen. Im Zeitalter einer immer träger werdenen Menschheit ist es umso mehr erforderlich, seinen Körper fit und leistungsfähig zu erhalten, um den gestellten Anforderungen gerecht werden zu können.